Il Museo dell’Opera del Duomo

Nach mehrjährigen Um- und Ausbauarbeiten öffnete das Dommuseum in Florenz vor knapp anderthalb Jahren wieder seine Pforten. Höchste Zeit, es endlich zu besuchen!


Auf rund 6000 qm und 3 Stockwerken dokumentiert es den Wandel des Florentiner Doms Santa Maria del Fiore vom Mittelalter bis zur Hochrenaissance. Allgegenwärtiges Zentrum des Museums ist eine originalgetreue Rekonstruktion der Domfassade nach dem Entwurf von Arnolfo di Cambio aus dem späten 13. Jahrhundert, die im 16. Jahrhundert im Rahmen eines Stadterneuerungsprogramms abgetragen wurde. Heute erstrahlt sie in voller Pracht und Größe nur wenige Meter von dem Ort, wo sie sich einst befand.

Ihr gegenüber erhebt sich, einst und heute, das Baptisterium San Giovanni in Form seiner Originalpforten nach den Entwürfen von Lorenzo Ghiberti und Andrea Pisano, die bereits vor einigen Jahren Schutz im Museum gefunden haben. Man wandelt sozusagen im Paradies, wie der Platz zwischen einer Taufkapelle und der zugehörigen Kirche nach alter christlicher Tradition genannt wurde, in Anspielung an die Freude, die die frisch Getauften in Erwartung ihrer ersten heiligen Kommunion dort empfanden.

Das erste Stockwerk widmet sich Brunelleschis Kuppel, deren Entstehung mit Videomaterial und zahlreichen Modellen anschaulich dokumentiert wird.  Des Weiteren sind hier die von Andrea Pisano und Donatello für Giottos Glockenturm entworfenen lebensgroßen Figuren zu bestaunen. Im zweiten Stockwerk befindet sich unter anderem eine Reihe an Holzmodellen der Domfassade, die durch ihre Details und ihren Ideenreichtum bestechen, jedoch für den durchschnittlichen Museumsbesucher wie mich nach all der überdimensionalen Schönheit schon fast zu viel des Guten sind.

Mich treibt es auf die Aussichtsterrasse im dritten Stock, die einen spektakulären Blick auf den Dom gewährt und Brunelleschis Kuppel zum Greifen nahe erscheinen lässt. Schier ewig möchte man dort verweilen!

Bevor ich das Museum verlasse, zieht es mich jedoch noch einmal dorthin, wo ich meinen Besuch – etwas außerhalb des eigentlichen Rundgangs – begonnen hatte: Zu Michelangelos Pietà Bandini, die nüchtern und nur durch einen Lichtkegel in Szene gesetzt, den Besucher trotz ihrer Unvollkommenheit mit ihrer einzigartigen Schönheit in Staunen versetzt.

Du hast mich aufs Neue überrascht – grazie Firenze!

Den Internetauftritt des Dommuseums mit einer Fülle an Informationen und spektakulären Bildern finden Sie HIER.

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