Pietrasanta – Schatzkiste der Versilia

Die Piazza Duomo mit dem Dom San Martino und dem Glockenturm. Rechts im Vordergrund Igor Mitorajs "Gambe Alate".

An den Fuß der Apuanischen Alpen, etwa 30 km nördlich von Pisa, schmiegt sich ein kleines feines Städtchen namens Pietrasanta. Und es gleicht einer Schatzkiste. Es darf sich mit einer jahrhundertealten Tradition der Bildhauerei und deren großer Namen schmücken: Michelangelo Buonarotti, der polnische Bildhauer Igor Mitoraj, der lateinamerikanische Künstler Fernando Botero – alle sind sie untrennbar mit dieser Stadt verbunden. In Pietrasanta kommt vor allem der Steinbearbeitung große Bedeutung zu, wird in den unmittelbar umliegenden Steinbrüchen von Carrara doch der berühmte Santuario, der weltweit wohl beste Bildhauermarmor gebrochen. Auch der Bronzeguss erfreut sich bei den angesiedelten namhaften Künstlern großer Beliebtheit.

Und hat man die umliegenden quirligen Städte wie Lucca, Pisa und Florenz erst einmal hinter sich gelassen, braucht man gewiss nicht lange, um in das besondere Flair dieses zauberhaften Städtchens der Versilia einzutauchen. Ob man sich nun in einer der zahlreichen Galerien der schönen Künste widmet, das Leben auf der Piazza Duomo von einem der einladenden Restaurants aus beobachtet, durch die kleinen Gassen mit ihren stilvollen Boutiquen schlendert oder an der nahe gelegenen gleichnamigen Marina Meeresluft schnuppert- in Pietrasanta kann man die Seele baumeln lassen. Und irgendwie fühlt man sich auch dem Himmel ein Stückchen näher. Ob es daran liegt, dass der berühmte Pilgerweg, die Via Francigena, durch Pietrasanta führt oder die Gipfel der Apuanischen Alpen zum Greifen nahe erscheinen, gilt es herauszufinden.

Der 1835 in Pietrasanta geborene Literaturnobelpreisträger Giosuè Carducci schmeichelte seinem Geburtsstädtchen mit folgenden Worten:

„Mir gefällt Pietrasanta:
wunderschönes Städtchen mit einer einzigartigen Piazza,
mit einer Kathedrale wie die einer großen Stadt,
und im Hintergrund die Apuanischen Alpen,
und welch Landschaft außenrum!
Welch Berge, welch Grün, welch Schatten, welch Flüsse,
welch frische rauschende Bäche unter den Kastanien,
Oliven und Orangenbäumen;
Und überall die Marmorfelsen zwischen dem Grün…“