Pistoia – Kulturhauptstadt 2017

Bereits vor einigen Jahren ist mir eine Stadt ans Herz gewachsen, die bislang nicht unbedingt ganz oben auf der Liste der bevorzugten Ziele der Toskanaurlauber stand. Dies könnte sich von jetzt an ändern, denn Pistoia darf sich seit Anfang des Jahres mit dem Titel Italienische Kulturhauptstadt 2017 schmücken.

Egal aus welcher Richtung man auf die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz zufährt, man ist umringt vom Grün einer schier unendlich scheinenden Vielfalt an Pflanzen, denn Pistoia verfügt über die größte Dichte an Baumschulen in Europa. Und sicherlich wird sich der ein oder andere von Ihnen bei dem Gedanken ertappen, dass die heimische Terrasse doch etwas mediterranes Flair vertragen könnte. Den Blick nach oben gerichtet, eröffnet sich ein traumhaftes Panorama auf den Tosko-Emilianischen Apennin, mit seinem höchsten Punkt dem Monte Cimone.

Von Florenz aus erreicht man Pistoia in nord-westlicher Richtung in etwa einer halben Stunde. Es verfügt über zahlreiche Parkmöglichkeiten, von denen aus man sich in wenigen Gehminuten mitten im historischen Zentrum befindet. Die Atmosphäre ist lebhaft und entspannt zugleich, die Menschen unaufgesetzt freundlich. Zahlreiche kleine Boutiquen machen das Einkaufserlebnis Italien zu dem, was es früher einmal war und wie man es sich in Zeiten des Einheitsbreis der großen Ketten zurückwünscht. Bei Vincenzas Diva Ribelle (Via Cino 9) sind wir deutschen Frauen in besten Händen und kommen sicherlich mit dem ein oder anderen Stück – alles Made in Italy – nach Hause, das wir uns in Deutschland so nicht getraut hätten zu kaufen.

Rund um die malerische Piazza della Sala findet jeder hungrige Besucher das passende Lokal mit regionalen Köstlichkeiten der bodenständigen toskanischen Küche. Besonders gut gefällt mir i Salaioli, wo modernes Ambiente, einwandfreie Qualität und eine interessante Auswahl an Speisen und Weinen auf vernünftige Preise treffen. Wer die Piazza am Vormittag erreicht, könnte Glück haben und auf dem täglichen Obst- und Gemüsemarkt das sagenumwobene „Kraut der Angst“ (l’erba della paura) ergattern, das in Rahmen einer traditionellen Waschung traumatische Erlebnisse und Unruhezustände verschwinden lässt.

Der Domplatz zeichnet sich durch seine Weiträumigkeit aus und lässt den Blick auf seine imposanten Gebäude aus vielen verschiedenen Ecken und Winkeln zu. Erwarten Sie sich trotz aller Weitläufigkeit jedoch auch hier – wie in anderen italienischen Städten – nicht, den Glockenturm ohne größere akrobatische Verbiegungen aufs Bild zu bekommen!

Für mich ist Pistoia längst zum lieb gewonnenen Anlaufpunkt während meiner Toskana-Aufenthalte geworden. Insbesondere, weil die Touristen hier noch nicht die Oberhand gewonnen haben und es so unaufgeregt authentisch ist. Überzeugen Sie sich selbst! Auf der offiziellen Internetseite der Italienischen Kulturhauptstadt 2017 finden Sie das ausführliche Programm. Alternativ fahren Sie einfach los und lassen sich treiben – sehr italienisch!

 

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