Sommerfrische über Bozen

Bozen 4
In der Wartehalle der Kohlerer Seilbahn bei Bozen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Das Kassenhäuschen ist geschlossen. Man kauft das Ticket bei Ankunft an der Bergstation. Der Fahrplan besteht aus den kultigen Plastikzahlen und -buchstaben wie wir sie aus den italienischen Bars kennen und lieben und in denen der Espresso nach wir vor für unter einem Euro zu bekommen ist .
1908 nimmt die historische Seilbahn als eine der ersten Personenschwebebahnen der Welt ihren Betrieb auf. Seitdem transportiert sie über etwa 800 Höhenmeter Einheimische und Touristen auf Kohlern, den Hausberg der Bozener und grüne Lunge der Stadt.

Oben angekommen eröffnet sich einem ein herrlicher Fernblick auf den Bozener Talkessel und die Dolomiten. Auf leichten Wanderwegen verschiedener Länge genießt man das, womit sich Kohlern und seine Wiesen und Wälder rühmen dürfen: Sommerfrische. Und hier kann man die Seele baumeln lassen: zum Beispiel auf den Schneiderwiesen und ihrem gleichnamigen, traditionsreichen Gasthaus mit seiner einladenden Sonnenterrasse, das uns nach einer knapp zweistündigen gemütlichen Wanderung familiäres Ambiente, freundlichen Service und hervorragende bodenständige Küche bietet.

Auf der Rückfahrt ins Tal lauschen wir dem lieb gewonnenen Einheimischen-Mix aus Italienisch und Deutsch und werden schließlich von einem wissbegierigen Jungen, der seinen Schulweg mit der Seilbahn begeht, nach unserer Herkunft gefragt und ob wir in Deutschland auch so schöne Berge wie die Dolomiten haben.

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