Warum Italienisch lernen? – Aus Liebe!

In der Geschäftswelt trifft man nicht ganz so häufig auf Italienisch, im Toskanaurlaub kommt man sehr gut mit Englisch oder Deutsch zurecht und die am weitesten verbreitete romanische Sprache ist Spanisch.

Warum also Italienisch lernen?

Drei ganz besondere Italienkenner verraten es uns …

Beppe Severgnini

Leitartikler des Corriere della Sera, Journalist der New York Times, Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik, Tifoso von Inter Mailand und Autor diverser Bücher mit denen er professionell und humorvoll die italienische Kultur erklärt.

„Aus einem ganz einfachen Grund. Niemand zweifelt daran, dass die wichtigste Sprache Englisch ist. Aber es geht darum, eine Sprache zu wählen, die man liebt. Ich kenne viele Menschen, die beschlossen haben Deutsch zu lernen, weil sie es sehr lieben. Ich glaube, dass auch und vor allem das Italienische eine Frage der Liebe ist. Das kann die Liebe zu einer Person, einer Stadt, einer Reise, zur Kunst oder zum Geruch der Luft sein. Die Wahrheit ist, dass Italien ein Land ist, dem man sich aus Liebe nähert und aus keinem anderen Grund. Dasselbe gilt auch für die Sprache.“

Quelle: Onde
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Jhumpa Lahiri

Amerikanische Schriftstellerin und Pulitzerpreisträgerin mit bengalischen Wurzeln. Im Erwachsenenalter beschließt sie, die USA zu verlassen und mit ihrer Familie ein neues Leben in Rom anzufangen. Sie beginnt auf Italienisch zu schreiben und veröffentlicht 2015 In altre parole, ihr erstes Buch in ihrer „neuen“ Sprache.

„Für mich war Italienisch eine Rettung, ein Ort ganz für mich, den ich gewählt habe, die Vollendung eines Dreiecks bestehend aus dem Bengalischen, der Sprache meiner Familie, die wir zu Hause sprachen, und dem Englischen, die Sprache der Schule und der Bildung. Zwei Sprachen, mit denen ich gelebt habe, die aber irgendwie nie so zu mir gehörten wie diese neue Sprache.“

Quelle: La Repubblica
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Jonas Kaufmann

Der in München geborene Jonas Kaufmann ist derzeit der erfolgreichste Tenor der Welt und hegt seit seiner Kindheit eine enge Bindung zu Italien. Kürzlich wurde er mit dem Premio Puccini ausgezeichnet. In Interviews glänzt er mit perfektem Italienisch.

„Ich liebe das Bel Paese, es ist jedesmal wie nach Hause zu kommen.“
„Schon als Kind war ich mit der Sprache vertraut. Ich kam mit meinen Eltern dreimal im Jahr nach Italien. Mein Opa hatte sich als erster in das Land verliebt, …“ […] „Ich habe Italienisch auf der Straße gelernt um nicht von den anderen Kindern isoliert zu sein […]. Als ich für Aida in Rom war […] und ein paar Tage Zeit hatte […] bin ich nach Apulien gefahren um meine Jugend in Italien wieder aufleben zu lassen.“

„Bei der Arbeit bin ich inzwischen mehr Italiener als Deutscher, mit der Zeit immer weniger Workaholic.“

Quelle: La Reppublica
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Die Zitate wurden frei aus dem Italienischen übersetzt.