Alle Artikel in: Weinlöcher

Nicht hinter jedem Türchen steckt ein Weinloch

Auf einen ersten, flüchtigen Blick sehen sie tatsächlich aus wie Weinlöcher: Sie sind bogenförmig, verfügen über ein Türchen oder die Reste eines solchen, wie etwa Scharniere. Sie befinden sich auf Körperhöhe an den Fassaden mehr oder weniger herrschaftlicher Gebäude oder unter Gewölbebögen, die in eine Gasse oder Straße führen. Meist sind sie jedoch kleiner als die uns bereits bekannten Öffnungen. Sehen wir uns zwei davon etwas näher an: Auf dem ersten Bild sieht man ein Türchen, das sich nach außen öffnen lässt. Zu unseren “normalen” Weinlöchern passt das irgendwie nicht, denn diese wurden von den Bediensteten der Weinkeller betätigt – und zwar von innen! Auf dem zweiten Bild stellt man eine weitere Abweichung fest: Der Hohlraum (ohne ein inneres Holztürchen) endet in seiner Tiefe mit einer Mauer. Die stillgelegten Weinlöcher hingegen wurden bündig mit der Fassade bzw. ihren Umrandungen aus Stein zugemauert. Außerdem befindet sich in diesem Hohlraum ein Haken – ein kleiner Seilzug oder die Überbleibsel einer Vorrichtung aus Metall. Nähern wir uns dem Hohlraum und sehen nach oben, können wir mit etwas Glück …

Le buchette del vino – Die Weinlöcher von Florenz

Keine Frage, Italien fasziniert und fesselt uns: Es strotzt nur so vor kulturellem und kulinarischem Reichtum, und das unverbrüchliche Stil- und Modebewusstsein der Italiener scheint in deren DNA verankert zu sein. Ja, Italien kann einen in seiner Pracht und Größe erschlagen, das erklärte uns bereits Stendhal. Doch wie wäre es, sich einfach einmal unbeeindruckt zu zeigen, die großen Sehenswürdigkeiten mit ihren endlosen Warteschlangen links liegen zu lassen und einfach nur zu schlendern? Sich treiben zu lassen und dabei die ein oder andere Besonderheit zu entdecken, die womöglich noch nicht jeder kennt und die sich andernorts vielleicht überhaupt nicht findet? In einer von den Historikern bis ins kleinste Detail dokumentierten Stadt wie Florenz erscheint das schier unmöglich… Doch ich durfte mich eines Besseren belehren lassen: Genau wie ich hatte sie so manch alteingesessener Florentiner noch nie zuvor bemerkt. Einmal entdeckt jedoch ziehen sie sich wie ein roter Faden durch das Zentrum der Wiege der Renaissance. Schnell vergisst man Michelangelo, Brunelleschi und den gesamten Clan der Medici, denn diese geheimnisvollen Öffnungen haben ihren ganz eigenen Charme: Bei …