Porto Rafael – Träumen ist Leben

Rafael Neville hatte einen Traum: ein kleiner Strand, wenige Häuser inmitten der Vegetation, das blaue Meer und in der Ferne ein paar Inseln. So will es die Legende um den spanischen Grafen und sein Porto Rafael, eine wahre Perle im Norden Sardiniens, gegenüber des zum Weltnaturerbe erklärten Inselarchipels La Maddalena gelegen.

Das symbolische Rathaus von Porto Rafael ziert eine Tafel mit der Inschrift „Sognare è vivere“ – „Träumen ist Leben“: Unter diesem Motto erschufen nach intensiver Suche nach dem geeigneten Ort der spanische Graf Rafael Neville und ein befreundeter Anwalt Anfang der 60er Jahre dieses romantische Refugium. Die Nähe zum damaligen Hot Spot Porto Cervo und seiner Gesellschaft rund um den Fürsten Aga Khan zog schnell auch die Hautevolee an. Laue Sommernächte, Feste ganz in Weiß, exzellenter Wein und endlose Gespräche über Gott und die Welt mit Menschen aus aller Herren Länder. Ist das nicht genau der Ort, an den wir uns an nicht enden wollenden Büro- oder dunklen Wintertagen träumen?

Das Bild zeichnen das Blau des Meeres und des Himmels, das Weiß der Häuser, das Grün der Macchia und das Violett der Bougainvillea: eine Piazzetta, die sich dem Meer und dem Maddalena-Archipel öffnet, mit ihrem zentralen Treffpunkt Gatto Volpa, ein paar wenige elegante Boutiquen, eine einzige kleine Kirche und mit der Landschaft nahezu verschmelzende Häuser aus weißem Kalk.

Am Ortseingang wird man von einem freundlichen Herren begrüßt, der zusammen mit sieben weiteren Wachen dieses zauberhafte Kleinod und seine Bewohner Tag und Nacht beschützt. Straßennamen und Hausnummern sind nicht zu finden und die Genossenschaft der Eigentümer von Porto Rafael hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Vision ihres Gründers von Schönheit und Respekt vor der Natur fortzuführen. Massentourismus ist hier fehl am Platz.

Wie so viele Legenden endet die unseres Grafen nicht ganz so unbeschwert wie sie begonnen hat. Rafael Neville verstarb am 2. November 1996 mit Geldsorgen und nach schwerer Krankheit und ruht im nahe gelegenen Friedhof von Palau. Vergessen hat ihn jedoch niemand: regelmäßig zu seinem Geburtstag im August wird ihm zu Ehren gefeiert, ganz so wie er es sich erträumt hätte.

 

Mein Tipp:

Nach einem Tag an einem der traumhaften Strände der Costa Smeralda Aperitif auf der Piazza von Porto Rafael. Danach Abendessen in der nahe gelegenen Trattoria CuCumiao (Reservierung empfohlen).

 

Die Beitragsbilder wurden mir freundlicherweise von Elena und Erica von a passeggio dentro il mondo und Nathalie Carole India Vitiello vom Ufficio Turismo del Comune di Palau zur Verfügung gestellt.

 

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