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Eine Neuentdeckung im Stadtteil Galluzzo!

Die schönen Überraschungen nehmen kein Ende! Die höchste Dichte an Weinlöchern herrscht natürlich innerhalb der Stadtmauern von Florenz. Wir befinden uns nun außerhalb dieser Zone. Draußen am Stadtrand kommt nur ein leidenschaftlicher und kompetenter Forscher wie Massimo Casprini auf die Idee, seinen Blick entlang der Mauern der Landhäuser schweifen zu lassen. Und ausgerechnet hier taucht in seiner vollen Schönheit ein Weinfenster auf, das bis dato keine Erwähnung gefunden hatte. Genau gesagt befinden wir uns in der Via della Greve im Stadtteil Galluzzo. Der Wein, der hier verkauft wurde stammte aus der Kellerei der berühmten Keramiker-Familie Cantagalli.

Auf dem Bild sieht man ein Türchen, das sich nach außen öffnen lässt.

Nicht hinter jedem Türchen steckt ein Weinloch

Auf einen ersten, flüchtigen Blick sehen sie tatsächlich aus wie Weinlöcher. Sie sind bogenförmig, verfügen über ein Türchen oder die Reste eines solchen, wie etwa Scharniere. Sie befinden sich auf Körperhöhe an den Fassaden mehr oder weniger herrschaftlicher Gebäude oder unter Gewölbebögen, die in eine Gasse oder Straße führen. Meist sind sie jedoch kleiner als die uns bereits bekannten Öffnungen. Wir haben es hier nicht mit Weinfensterchen zu tun, sondern mit einer Art Wartungsschacht. Durch diesen konnte ein Seil oder ein Seilzug eine an der Fassade angebrachte Öllampe nach oben und unten befördern. Dabei handelte es sich in den meisten Fällen um die Votivlampe eines Schreins oder einer Heiligendarstellung.

Das Weinloch in der Via del Giglio ist kunstvoll gemauert und trägt die Inschrift Vendita di Vino. Er verfügt über ein dunkelbraunes Holztürchen und sitzt direkt unter einem Fenstersims.

Die Weinlöcher von Florenz

Bei den sogenannten buchette del vino (kleine Weinlöcher) handelt es sich um Maueröffnungen an den Fassaden der Häuser und Palazzi. Zum Teil sind sie heute noch mit Holztürchen verschlossen. Sehr viele sind zugemauert oder mit mehr oder weniger schönen Malereien versehen. Andere wiederum wurden zu weiteren, teils äußerst kreativen Zwecken umfunktioniert. Ihr ursprünglicher Zweck war übrigens ein angenehm nahe liegender: Die in Florenz lebenden Weinproduzenten verkauften durch diese Türchen ihren Wein. Dieser wurde im toskanischen Umland angebaut und auf diese Weise direkt vom Produzenten an den Konsumenten verkauft.